POLKA – ein Modellvorhaben zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen

Das mit Mitteln der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) geförderte, vom Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) geleitete Projekt POLKA (Pflegeeinrichtungen als Kompetenzzentren in der Gesundheitsversorgung durch Multiplikation von körperlicher Aktivität) verbindet die Bewegungsförderung für Pflegebedürftige mit Betrieblicher Gesundheitsförderung für das Personal von Pflegeheimen. Letztere wird durch das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg (ISSW) gestaltet und evaluiert, die FGL widmet sich der Zielgruppe der pflegebedürftigen Menschen.
Dafür werden außer Nutzung der einstündigen Gruppenintervention des „Lübecker Modell Bewegungswelten“ auch halbstündige Trainingseinheiten und 10-Minuten-Trainings konzipiert. Ein vorgeschaltetes geriatrisches Assessment soll es ermöglichen festzustellen, welche Ressourcen und Defizite vorliegen. Unter Einbezug der Präferenzen der pflegebedürftigen Person soll dann die Wahl des Trainingsformats erfolgen und partizipativ zwei bis vier alltagsrelevante bewegungsassoziierte Ziele vereinbart werden. Der Grad der Zielerreichung und die Wiederholung des Assessments nach fünf bis sieben Monaten dienen dem Nachweis präventiver Effekte.
Die Implementierung zusätzlicher Interventionen zur Bewegungsförderung und die Sensibilisierung für die Schaffung eines bewegungsfreundlicheren Alltags setzen eine zusätzliche Qualifizierung des Personals voraus. In POLKA sind dafür von der FGL durchzuführende Schulungen vorgesehen: Die Qualifizierung zu „BewegungslotsInnen“ mit Kenntnissen verschiedener Methoden der Bewegungsförderung und Einsatz in mehreren Heimen sowie zu „BewegungsexpertInnen“, die zum Stammpersonal der Einrichtung gehören.
Parallel hierzu werden durch BGF-Lotsen und -ExpertInnen bewegungsbezogene Gesundheitskompetenzen für das Personal der Pflegeeinrichtungen aufgebaut, gefördert sowie nachhaltig gesichert. Nach einer Bedarfs- und Situationsanalyse integriert das ISSW in enger Zusammenarbeit mit der Pflegeeinrichtung bewegungsfördernde Maßnahmen, welche ebenfalls wissenschaftlich evaluiert werden, auf drei Wegen in den Berufsalltag: Maßnahmen im täglichen Arbeitsprozess, auf dem Weg zur und von der Arbeit sowie in der Freizeit.

Zeitraum
07/2019 – 06/2024

Ansprechpartner
Dr. Sonja Krupp
Mail: krupp(at)geriatrie-luebeck.de

Robert Wentzel
Mail: wentzel(at)geriatrie-luebeck.de

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